Sommerzeit in Wien

Wer Wien als Tourist besucht, ist angesichts der Fülle großartiger Eindrücke beeindruckt und beschwingt. Stephansdom, Secession, Spanische Hofreitschule, Hofburg und Schloss Schönbrunn zu besichtigen ist herrlich, aber auch anstrengend. Entspannung bietet der zwischen Hofburgtheater und Hofburg am Ring gelegene Volksgarten. Das Kleinod mitten im historischen Kern der Stadt ist ein Ort zum Abschalten und Krafttanken. Dieser Garten ist nicht allzu groß, aber vor allem von Mai bis September lohnt sich ein Besuch – denn im Volksgarten wachsen einige tausend verschiedene Rosengewächse. Zum herrlichen Duft gesellt sich das Plätschern der zahlreichen Brunnen und so entspannen auf den vielen Sitzgelegenheiten im Garten sowohl Touristen als auch Einheimische.

Zwischen 1818 und 1823 wurde der Park als Privatgarten für die Erzherzöge angelegt. Doch die Hofgartenverwaltung machte den Vorschlag, einen öffentlich zugänglichen Garten zu schaffen und so wurde das Areal 1825 der erste öffentliche Park Wiens. Ein Rosengarten war der Volksgarten ursprünglich nicht, erst nach dem 2. Weltkrieg wurde auf die heutigen Rosenbeete umgestellt.

 

Wer nach vielen Besichtigungen die Füße schonen möchte, kann sich in die Straßenbahnlinie D – den berühmten „D-Wagen“ – setzen und in die Weinberge nach Nußdorf fahren, um dort ein Achterl Wein zu genießen. Starten Sie an der Station „Schloss Belvedere“, der einstigen Residenz des Prinzen Eugen, wo heute Klimts „Kuss“ gezeigt wird. Nachdem Sie den Schwarzenbergplatz passiert haben, folgt die „Bim“ dem Wiener Ring und Sehenswürdigkeit reiht sich vor Ihrem Fenster an Sehenswürdigkeit: Wiener Staatsoper, Hofburg, Burggarten, Volksgarten, Kunsthistorisches Museum Wien, Naturhistorisches Museum, Parlament, Rathaus, Burgtheater, Universität Wien, Votivkirche und Alte Börse stehen stellvertretend für alles Schöne im Leben – lassen Sie die Bilder auf sich wirken! Anschließend passieren Sie den Tempel des Proletariats, den Karl-Marx-Hof. Mehr als einen Kilometer lang ist der 1930 eröffnete Gemeindebau. In Nußdorf beim Beethovengang endet die Trambahnfahrt und die Heurigengegend beginnt. Verwinkelte, kleine Gassen, alte Hauerhäuser und idyllische Hofgärten – in den Orten am Fuße des Wiener Nußbergs, eine der besten und renommiertesten Wein-Großlagen Österreichs, lebt die Winzertradition in ihrer ursprünglichen Form. Probieren Sie unbedingt einen Wiener Gemischten Satz – ein Wein, der sich aus unterschiedlichen Rebsorten zusammensetzt. Im Gegensatz zur Cuvée werden bis zu 20 verschiedene Rebsorten schon im Weingarten vermischt gesetzt, zusammen gepresst und vinifiziert.

 

Das MuseumsQuartier in den früheren kaiserlichen Hofstallungen ist das Open-Air-Wohnzimmer der Stadt und zählt zu den größten Kulturarealen Europas. Die Mischung aus großen Museen, kleinen Kulturinitiativen und trendigen Lokalen wurde zu einer Erfolgsgeschichte und feiert 2026 ihr 25-jähriges Jubiläum.

Im Innenhof laden die berühmten MQ-Möbel, bequeme Outdoorsessel und -liegen, zum Platznehmen ein. Sie werden in jedem Jahr in einer anderen Farbe aufgestellt. Weil Wien 2026 unter dem Motto „Vienna Bites“ – eine Würdigung der gastronomischen Identität und der Küche Wiens – ganz im Zeichen der Kulinarik steht, leuchten die MQ-Möbel in diesem Jahr in Punschkrapferl-Rosa und Sodazitrongelb.

Beste Aussichten auf die Stadt bietet die MQ Libelle. Die Dachterrasse am Leopold Museum ist über zwei Aufzüge öffentlich zugänglich. Es gibt zahlreiche Sitzgelegenheiten und die Rooftop-Bar namens „Zur Libelle“.

 

Wenn Sie Ihre Pause zu einem Besuch in den berühmten Kaffeehäusern der Stadt nutzen, haben Sie die Qual der Wahl aus Dutzenden Kaffeespezialitäten und finden auf der Karte sicher auch den „Einspänner“. Das ist eigentlich ein Pferdefuhrwerk, das von nur einem Pferd gezogen wird, aber auch der Ursprung für den Namen dieser Wiener Kaffeespezialität. Denn wenn der Kutscher am Kutschbock seinen Kaffee in der Hand hielt, sollte der natürlich möglichst lange warm bleiben. Deshalb wurde der Mokka (ein doppelter Espresso) zur Isolierung mit einer riesigen Schlagobershaube versehen.

 

Der Wiener Prater wird von Einheimischen und Touristen gleichermaßen gern besucht. Vor 260 Jahren öffnete Kaiser Joseph II. das einstige Jagdrevier für das Volk. Seine Kundmachung vom 7. April 1766 lautete: „Es wird anmit jedermanniglich kund gemacht, […] daß künftighin und von nun an zu allen Zeiten des Jahrs und zu allen Stunden des Jahrs, ohne Unterschied jedermann in den Bratter sowohl als in das Stadtgut frey spazieren zu gehen, zu reiten, und zu fahren […] erlaubet, auch Niemanden verwehrt seyn soll, sich daselbst mit Ballonschlagen, Keglscheibn, und andern erlaubten Unterhaltungen eigenen Gefallens zu divertieren […].“ – Damit wurde das sechs Quadratkilometer große Jagdgebiet der Habsburger zum Vergnügungs- und Erholungsraum für alle Wiener. Und weil der Kaiser auch die Errichtung von Gastronomie-Ständen genehmigt, dauert es nicht lange, bis am Rande des einstigen Jagdreviers der Adligen der Vorläufer des heutigen Wurstelpraters entsteht. Wirte, Kaffeesieder und Lebzelter siedeln sich an, Schaukeln, Ringelspiele und Kegelbahnen folgen. Großen Aufschwung erlebt der Prater mit der Weltausstellung 1873. 1897, zum 50. Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs, wird das Riesenrad errichtet. Der Prater wird rasch zu einem Ort, an dem Unterhaltung für alle angesagt ist: Die „bessere“ Gesellschaft fährt hier mit dem Fiaker aus, Kadetten und Wäschermädel haben hier ihr Rendezvous, Kuriositätenkabinette wetteifern um die Gunst des Publikums, Heurigensänger und Damenkapellen geben ebenso ihre Melodien zum Besten wie Walzerkönig Johann Strauss oder die Operetten-Komponisten Joseph Lanner und Carl Michael Ziehrer.

Von einer alten Holzrutschbahn und historischen Kinderkarussellen bis zu modernen Fahrgeschäften und zahlreichen Lokalen bietet der Wurstelprater heute Spaß für Jung und Alt. Auch das weltberühmte Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds ist im Wiener Prater angesiedelt und zeigt zu Füssen des Riesenrads über 90 Wachsfiguren, darunter Kaiser Franz Joseph und seine Sisi.